(Ost)afrikanische Germanistik: Entstehung und Entwicklung von Deutsch in Kenia Academic Article uri icon

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  • Bereits seit den 1980er Jahren entstand der Begriff „Afrikanische Germanistik (vgl. Wierlacher 2003:9f). Kritisiert wird jedoch zu Recht die damit einhergehende Verallgemeinerung der unterschiedlichen afrikanischen Länder, die die Komplexität des Kontinents ignoriert (vgl. Altmayer 2010:87). Obgleich Entstehung, Geschichte und Formate der Deutsch- und Germanistikprogramme oft sehr verschieden sind, so werden doch einige Probleme wie Mangel an (qualifiziertem) Nachwuchs, geringe Studierendenzahlen, die Legitimation des Faches, insbesondere aber die Berufsaussichten für Absolventen geteilt1 . Die frühe Auseinandersetzung bzw. versuchte Definition des Begriffs „Afrikanische Germanistik“ ab den 1980er Jahren hat ihre Provenienz in Westafrika, wie bereits Laurien 1992 feststellt (Laurien 1992:576) und beschreiben eine westafrikanische Germanistik (vgl. auch Augart 2012a:8). Ein Überblick über die Germanistik im südlichen Afrika bietet der Artikel „(Süd-) Afrikanische Germanistik. Zur Positionierung und Professionalisierung der Germanistik im südlichen Afrika“ (Augart 2012a). Der vorliegende Aufsatz ist ein Beitrag zur ostafrikanischen Germanistik. Denn zu Deutsch und Germanistik in Ostafrika – insbesondere Kenia und Uganda – sind wenige Forschungsarbeiten erschienen, obgleich Uganda bereits in den 1960er Jahren Deutsch an Schulen und an der Makerere University eingeführte. In Kenia folgte dies in den 1980er Jahren. In Tansania, dem ehemaligen Deutsch-Ostafrika, gibt es nur an der University of Zanzibar ein Sprachkursprogramm, Deutsch an Schulen wird erst seit 2009 im Rahmen der PASCH-Initiative des Auswärtigen Amtes aufgebaut2 . Der folgende Beitrag wird sich mit Deutsch und „German Studies“ in Kenia beschäftigen, aber auch kurz die Situation in anderen ostafrikanischen Ländern skizzieren. Im Weiteren wird zunächst die Forschungslage skizziert, im Anschluss daran auf die Entstehung und Entwicklung von Deutsch in Ostafrika, insbesondere Kenia, und auf den Aufbau und die Inhalte der Deutschprogramme eingegangen. Abschließend folgt die Darstellung und Auswertung einer Befragung ehemaliger Deutschstudierender in Kenia (Abschlussjahrgänge 2004-2008). Die Untersuchung gibt Aufschluss über die Beweggründe, Deutsch zu studieren, über die berufliche Entwicklung der Absolventen und die etwaigen Relevanz von Deutsch im späteren Berufsleben. Ferner werden die eDUSA 8, 2013: 1 Augart/Ikobwa: (Ost-)Afrikanische Germanistik - 10 - Master- und Promotionsarbeiten einen Einblick in die Forschungsinteressen und -gebiete kenianischer Germanisten geben3 .

publication date

  • 2013

number of pages

  • 23

start page

  • 9

end page

  • 31

volume

  • 8

issue

  • 1